Kanalinseln und der Solent

Die Kanalinseln Guernsey und Jersey, nicht weit entfernt von der Südküste Englands dem Solent. Das Standardrevier heißt ja meistens Mittelmeer mit seinen warmen und Azurblauen Gewässern. Wer möchte da schon gerne bei 9 Meter Gezeitenunterschied und vermeintlich schlechtem Wetter diese unwirtliche Gegend besegeln? wer noch nicht dort war kann da leicht reden. Es präsentierte sich uns ein Revier das in vielerlei Hinsicht atemberaubend war. Ich gebe zu, am ersten Tag war der Himmel bedeckt und es nieselte vom Himmel. Das kann ja heiter werden :-) Aber schon am nächsten Tag war die Sonne draußen und die sollte auch nicht so schnell wieder verschwinden. Es ist schon imposant wenn man über einen Steiger 9 Meter tief das Gepäck zur Yacht schleppen muss. Es ist auch nicht einfach zu realisieren dass man nur 3 Stunden vor und nach Hochwasser den Hafen verlassen kann. Eine Ampel mit roten Lichtern macht einem das unmissverständlich klar. Draußen auf dem offenen Meer hat man plötzlich mit einer Strömung von 4-5 Knoten zu rechnen. Mal eben ausschlafen geht nicht. Die Gezeiten bestimmen den Rhythmus. Man gewöhnt sich aber schnell dran und dann macht’s auch plötzlich Spaß. Die Strömung bekommen wir mächtig zu spüren als wir bei moderatem Wind plötzlich 2 Meter hohe Wellen sehen die auf der Stelle zu stehen scheinen. Dass sie näher kamen war dem Umstand geschuldet dass wir bei 7 Knoten Fahrt durchs Wasser Raumschot Nordwärts fuhren aber der Kurs über Grund lag bei 2 Knoten Südwärts. Da half nur die Maschine um uns da raus zu manövrieren. Das muss man erst mal verstehen :-) Unsere Überfahrt über den südlichen Ausgang des Kanals vorbei an den großen Verkehrstrennungsgebieten war schon aufregend. Unzählige Frachter und Tanker kamen wie auf der Perlenschnur aufgereiht. Ohne AIS war es nicht leicht den Kurs der Ozeanriesen richtig einzuschätzen. Bei diesigem Wetter fuhren wir bei den Needels in den Solent. Fast jede Glocke bimmelt hier im Seegang. Bei dem Wetter ist mir das jetzt endlich klar :-) Wir hatten perfekt gerechnet und geplant und fuhren mit Rückenstrom 10 Knoten über Grund bei leichten achterlichen Winden. Eine Yacht im ehrwürdigen Cowes Yachtclub rundete diese Überfahrt perfekt ab. Die Rückfahrt am nächsten Tag war bei perfektem Wetter noch mal eins drauf. Wieder richtig gerechnet und mit 10 Konnte unterwegs. Das macht mal richtig Spaß. Alles in allem kann man sagen dass diese Inselwelt sicherlich nichts für Anfänger ist allerdings nach meiner Auffassung ein Muss. Phantastische Leute, grandiose Landschaften, aufregender Schiffsverkehr und bimmelnde Tonnen. Was will man mehr.